Lastspitzen kappen: So senken Sie Ihre Netzentgelte mit einem Batteriespeicher
Lastspitzen kappen (Peak Shaving) heißt: Ein Batteriespeicher fängt Ihre höchste 15-Minuten-Leistungsspitze ab, statt sie teuer aus dem Netz zu ziehen. Weil Ihr Leistungs- bzw. künftiger Kapazitätspreis genau an dieser einen Jahresspitze hängt, sinkt damit Ihr Netzentgelt – realistisch um mehrere tausend Euro pro Jahr. Fischer Stromwerk rechnet Ihnen aus, wie viel bei Ihnen drin ist.
Was ist Lastspitzenkappung (Peak Shaving)?
Kurze Leistungsspitzen am Netzanschluss werden mit einem Batteriespeicher abgefangen, statt aus dem Netz gezogen zu werden. Der Speicher springt genau dann ein, wenn Ihre Last hochschießt – etwa wenn mehrere E-Fahrzeuge gleichzeitig laden – und glättet die Kurve. Ihr Netzbetreiber misst eine niedrigere Spitze und rechnet entsprechend weniger ab. Sie zahlen denselben Strom, aber ein niedrigeres Netzentgelt.
Warum eine einzige Viertelstunde Ihr Netzentgelt bestimmt
Sobald Ihr Betrieb mehr als 100.000 kWh Strom pro Jahr bezieht, sind Sie zur registrierenden Leistungsmessung (RLM) verpflichtet. [Quelle: enermakler.de] Dann zahlen Sie nicht nur den Arbeitspreis je kWh, sondern zusätzlich einen Leistungspreis je kW – und der bemisst sich an Ihrer höchsten 15-Minuten-Lastspitze des Jahres. Alle 15 Minuten wird Ihre Durchschnittslast gemessen; der Spitzenwert zählt. [Quelle: enerkii.com/leistungspreis]
Das Tückische: Diese eine Viertelstunde gilt für volle zwölf Monate. Eine Stunde Unachtsamkeit beim Laden kostet ein Jahr lang. Genau diese Spitze macht Peak Shaving angreifbar.
Wie viel kostet eine Lastspitze – und was bringt das Kappen?
Der Hebel ist Ihr Leistungspreis in €/kW pro Jahr. Jedes kW, das Sie dauerhaft von der Jahresspitze nehmen, sparen Sie ein volles Jahr lang. Ein dokumentiertes Beispiel: Bei 40 €/kW pro Jahr und 120 kW Jahreshöchstlast zahlt ein Betrieb 4.800 € allein an Leistungspreis – Jahr für Jahr. [Quelle: enerkii.com/leistungspreis, Beispielrechnung]
Die folgende Tabelle zeigt den Effekt, wenn ein Speicher die Spitze um die Hälfte kappt:
| Szenario | Jahresspitze | Leistungspreis | Leistungspreis/Jahr | Ersparnis/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Ohne Peak Shaving | 120 kW | 40 €/kW·a | 4.800 € | – |
| Mit Peak Shaving (Spitze −50 %) | 60 kW | 40 €/kW·a | 2.400 € | 2.400 € |
| Ohne Peak Shaving (höherer Satz) | 120 kW | 100 €/kW·a | 12.000 € | – |
| Mit Peak Shaving (Spitze −50 %) | 60 kW | 100 €/kW·a | 6.000 € | 6.000 € |
Rechenbeispiel von Fischer Stromwerk auf Basis der enerkii-Bemessungslogik (40 €/kW als belegter Beispielsatz [Quelle: enerkii.com/leistungspreis]; 100 €/kW als zweite, plausible Größenordnung [unverifiziert für Ihren Netzbetreiber]). Leistungspreise sind je Netzbetreiber, Spannungsebene und Benutzungsstunden sehr unterschiedlich – im Verteilnetz Westnetz (NRW/OWL) lag der Mittelspannungs-Leistungspreis 2025 bei rund 166 €/kW [Quelle: WestNetz, Preisblatt – regionales Beispiel, vor Zusage gegenchecken]. Ihren konkreten Satz finden Sie im Preisblatt Ihres Netzbetreibers; wir lesen ihn in der Analyse für Sie aus.
Was kommt 2026/2027 auf Sie zu? (Netzentgeltreform)
Zwei Bewegungen laufen parallel. Erstens: Die Netzentgelte sinken 2026 spürbar – für Gewerbe in der Mittelspannung im Schnitt um rund 26–28 %, getragen durch einen Bundeszuschuss an die Übertragungsnetzbetreiber. [Quelle: enerkii.com/netzentgelte-2026] Das senkt den absoluten Betrag, nicht aber die Logik der Spitze.
Zweitens – und entscheidend: Die Bundesnetzagentur hat am 27. Mai 2026 im Reformvorhaben „AgNes" angekündigt, für Verbraucher über 100.000 kWh den heutigen Leistungspreis durch einen Kapazitätspreis in €/kW pro Jahr zu ersetzen, plus Arbeitspreis und einem Aufschlag bei Überschreitung der bestellten Kapazität. [Quelle: Bundesnetzagentur, 27.05.2026] Konkrete Eurobeträge nennt die BNetzA noch nicht – der Festlegungsentwurf folgt im Sommer 2026, die Industrie-Ausgestaltung Anfang 2027. [unverifiziert: finale €/kW-Werte – diese stehen noch nicht fest]
Für Sie heißt das: Eine niedrig gehaltene Spitze bleibt bares Geld wert – egal ob sie „Leistungspreis" oder künftig „Kapazitätspreis" heißt. Ein Speicher, der heute kappt, zahlt auch unter dem neuen System auf Ihr Konto ein.
Was das für Ihre E-Flotte konkret bedeutet
Hier verbinden sich zwei Themen, die zusammengehören: Sie wollen Ihre Flotte elektrifizieren – und ausgerechnet das Laden erzeugt die teuersten Lastspitzen. Ein E-Transporter zieht beim Schnellladen 50 kW und mehr; laden zwei oder drei parallel, ist Ihre Jahresspitze gesetzt – und damit Ihr Netzentgelt für die nächsten zwölf Monate.
Der Batteriespeicher – bei Fischer Stromwerk der „Tanker" – löst beides in einem System:
- Tagsüber lädt er mit Ihrem eigenen Solarstrom statt mit teurem Netzstrom.
- Beim Flotten-Laden liefert er die Leistungsspitze aus der Batterie – das Netz sieht eine ruhige Linie.
So arbeitet eine Investition auf zwei Konten: günstigerer Strom je Kilowattstunde und gekappte Netzentgelte.
Lastspitzen kappen vs. atypische Netznutzung – was ist der Unterschied?
Beides senkt Ihr Netzentgelt, ist aber nicht dasselbe:
- Lastspitzen kappen (Peak Shaving): senkt Ihren Leistungs-/Kapazitätspreis, indem die absolute Jahreshöchstlast gesenkt wird. Wirkt bei praktisch jedem RLM-Betrieb, ohne Vertrag mit dem Netzbetreiber.
- Atypische Netznutzung (§ 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV): Wer seine Last gezielt aus den Hochlastzeitfenstern des Netzbetreibers heraushält, kann ein individuelles, reduziertes Netzentgelt vereinbaren – laut Branchenquellen 20–40 % weniger Netzentgelt. [Quelle: coneva.com, eha.net] Voraussetzung ist u. a. eine Leistungsverlagerung von mindestens 100 kW und eine erwartete Ersparnis von mindestens 500 €, sonst darf der Netzbetreiber keine Vereinbarung schließen. [Quelle: § 19 StromNEV; coneva.com]
Ein Speicher kann beide Hebel bedienen. Welcher Weg sich für Ihren Standort rechnet, hängt von Lastprofil und Netzbetreiber ab – das prüfen wir in der Analyse.
Häufige Fragen (FAQ)
Ab wann lohnt sich Lastspitzenkappung? In der Regel ab einem Jahresverbrauch von 100.000 kWh, denn dann zahlen Sie über die RLM einen leistungsabhängigen Netzentgelt-Anteil. Bei E-Flotten mit parallelem Laden lohnt es sich oft früher, weil die Ladespitzen den Leistungspreis nach oben treiben. [Quelle: enermakler.de]
Wie viel kann ich sparen? Das hängt direkt an Ihrem Leistungspreis und der gekappten kW-Höhe. Bei 40 €/kW und 60 gekappten kW sind das 2.400 € pro Jahr; bei höheren Sätzen entsprechend mehr. [Quelle: enerkii.com/leistungspreis – Beispiellogik] Den exakten Betrag liefert Ihre individuelle Analyse – ehrlich gerechnet, nicht geschätzt.
Bringt das überhaupt noch was, wenn die Netzentgelte 2026 sowieso sinken? Ja. Die Senkung verkleinert den absoluten Betrag, ändert aber nichts daran, dass Ihre eine Jahresspitze den Leistungspreis bestimmt. Und mit dem geplanten Kapazitätspreis ab 2026/2027 bleibt eine niedrig gehaltene Spitze weiterhin direkt bezahlt. [Quelle: Bundesnetzagentur, 27.05.2026]
Brauche ich für Peak Shaving extra einen Speicher? Ja – Sie brauchen einen Batteriespeicher, der die Spitze im richtigen Moment automatisch abfängt. Derselbe Speicher lädt aber auch Ihre Flotte mit Solarstrom; Sie kaufen ihn also nicht nur für die Spitzenkappung.
Ist atypische Netznutzung auch 2026 noch möglich? Ja, § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV besteht weiter; die Hochlastzeitfenster werden jährlich vom Netzbetreiber veröffentlicht. [Quelle: eha.net, coneva.com] [unverifiziert: Wechselwirkung mit der AgNes-Reform ab 2027 – vor verbindlicher Zusage mit aktuellem Stand prüfen]
Senkt der Speicher nur Netzentgelte? Nein. Er senkt auch Ihre Strom-Bezugskosten (Solarstrom statt Netzstrom) und macht Ihre Flotte unabhängiger vom Strom- und Dieselpreis. Die Spitzenkappung ist einer von mehreren Hebeln im selben System.
Ihr nächster Schritt
Wie hoch ist Ihre Jahreslastspitze – und was zahlen Sie heute dafür? Diese eine Zahl entscheidet über Ihre Ersparnis. In der kostenlosen Rentabilitäts-Analyse rechnen wir Ihren Fall durch: aktuelle Lastspitze, Einsparpotenzial durch Peak Shaving, möglicher Vorteil durch atypische Netznutzung und Förderung. Sie bekommen eine konkrete Zahl in Euro – keine Broschüre.
Fischer Stromwerk baut derzeit selbst eine 130-kWp-PV-Anlage mit ELMI-Speicher- und Ladesystem auf dem eigenen Hof. Wir rechnen mit Zahlen, die wir täglich live sehen.
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